Ruhrkampf 1923

Was wir heute unter gewaltfreiem Widerstand aus vielen Beispielen kennen, war 1923 noch gar nicht „erfunden“. Der Erste Weltkrieg gerade einmal fünf Jahre vorbei, und das militärische Denken überall präsent. In dieser Zeit wurde das industrielle Herzstück Deutschlands, das Ruhrgebiet, von belgischen und französischen Truppen besetzt. Die deutsche Regierung reagierte ungewöhnlich: Sie kapituliert nicht, sie ruft nicht den Kriegsfall aus und startet auch keinen Guerillakrieg. Sie ruft zum „passiven Widerstand“ auf. Neun Monate lang ringen die Besatzungsmächte mit diesem zivilen Widerstand und schaffen es am Ende nicht, die gewünschten Ziele zu erreichen. Aber auch die Demokratie zahlt bitteres Lehrgeld, der Widerstand lähmt die Wirtschaft und muss schließlich beendet werden.